Der Erfolg einer Freilandkultur frostresistenter Kakteen und Agaven ist von mehreren Faktoren abhängig, ohne deren Kenntnis und Beachtung Fehlschläge nicht ausbleiben.
Bei der Lage des Pflanzbeetes ist zu beachten, daß die Pflanzen ganzjährig viel Licht und Sonne und im Winter möglichst wenig Feuchtigkeit erhalten. Bevorzugen sollte man Partien vor Mauern oder Gebäuden (Süd- oder Westseite). Dabei kommt der Wärmestaueffekt und die nächtliche Wärmeabstrahlung der Steine den Pflanzen zugute. Vorteilhaft ist auch eine leichte Hangneigung des Pflanzbeetes nach Süden oder Westen.
Frostharte Kakteen und Agaven eignen sich ebensogut zur Bepflanzung von Balkonkästen, größeren Schalen und Trögen.(nicht einzeln in kleinen Töpfen kultivieren !) Als Standort für die Pflanzgefäße ist ein möglichst sonniger Platz zu wählen. Steht genügend Platz zur Verfügung, sollte die Kultur der Pflanzen auf jeden Fall in Anlagen nach Art eines Steingartens erfolgen.
Als Substrat für Opuntien, Yuccas und Agaven kann man nährstoffreiche sandige Gartenerde verwenden (Gartenerde : Sand = 3 : 1).
Für Echinocereen, Escobarien usw. sollte man noch etwas mineralisches Substrat beimischen, z.B. Bimskies, Lava oder Ziegelsplitt, bzw. den Sandanteil erhöhen. Ich kultiviere diese Arten in rein mineralischem Substrat.
Bei schweren Böden ist es empfehlenswert den Beetuntergrund mit grobem Kies oder Bauschutt gut zu drainieren, um eine ausreichende Entwässerung der Kulturfläche zu gewährleisten. Eine Hanglage hat den Vorteil einer besseren Entwässerung bei stärkeren Niederschlägen. Die Bodenoberfläche kann ganz mit einer Kies- oder Splittschicht abgedeckt werden. Die Abdeckung bewirkt ein Fernhalten der Feuchtigkeit vom Wurzelhals der Pflanzen und außerdem wird ein zu starker Unkrautwuchs verhindert.
Natursteine verschiedener Größe (Findlinge), die mit der Breitseite flach in die Erde eingesenkt werden, sind zur Gestaltung der Pflanzfläche und zur Beeinflussung des Mikroklimas von großer Bedeutung. Die Steine heizen sich durch die Sonneneinstrahlung über Tag auf und speichern die Wärme in ihrem Inneren. Nachts geben sie diese dann wieder langsam an ihre Umgebung ab.
Bei Beetflächen, die völlig frei im Gelände liegen, kann man durch geschickte Anordnung der Steine Auflagepunkte für eine Abdeckung im Herbst und Winter schaffen. Als Abdeckung bietet sich an: Fenster, Polyesterplatten, Wellpolyester, mit Folie bespannte Rahmen oder Baustahlmatten und Folientunnel. Die Abdeckung muß allerdings gegen Sturm gesichert sein. Man kann bereits beim Bau der Anlage Rohre in die Erde versenken, die im Herbst das transportable Gestänge der Abdeckung aufnehmen. Eine Abdeckung ist für die meisten Arten - je nach Witterung - von ca. Ende Oktober bis ca. Ende März erforderlich. Grenzt das Beet an ein Gebäude an, so bieten überstehende Dachflächen Schutz für nässeempfindliche Arten. An einer Hauswand oder einer Mauer läßt sich relativ einfach eine Abdeckung anbringen.
Echinocereen und Escobarien gelten als nässeempfindlich und auch für Agaven ist im Herbst und Winter Nässeschutz empfehlenswert. Das Wasser kann sich in der Rosette der Agaven ansammeln und der Pflanze schaden.
Die meisten Opuntien lassen sich ohne Nässeschutz im Winter kultivieren. Nässeempfindlich sind vor allem die behaarten Arten wie trichophora und rufispina.
Die beste Zeit für eine Pflanzung in das Freiland ist Mai bis Juli, damit die Pflanzen bis zum Winter gut angewachsen sind und genügend neue Wurzeln gebildet haben.
Gedüngt wird während der Wachstumszeit mit stickstoffarmen Dünger. Agaven, Opuntien und Yuccas erhalten bei mir ab und zu auch einmal Volldünger.
Die Yuccas bilden wie die Agaven ein starkes und weit verzweigtes Wurzelwerk. Es ist deshalb zu empfehlen die winterharten Arten ins Freiland zu pflanzen. Sie entwickeln sich dort wesentlich besser als bei einer Kultur in Töpfen und nur im Freiland können sie ihre wahre Schönheit richtig entfalten.
In den ersten Wochen nach dem Einpflanzen sollte man die Yuccas regelmäßig gießen, bis sich neue Wurzeln gebildet haben. Sollte einmal eine Yucca durch ungünstige Witterungseinflüße den Winter nicht überlebt haben, können Sie damit rechnen, daß die unterirdischen Wurzelknollen wieder neu austreiben. Es ist normal, daß bei Yuccas und Agaven die äußeren Blätter mit der Zeit absterben, dafür bilden sich wieder genügend neue.
Bedenken Sie bitte auch, daß es sich bei meinen Pflanzen um Freilandpflanzen handelt, deshalb können bei den Yuccas und Agaven schon einmal Flecken oder leichte Beschädigungen auftreten, die witterungsbedingt sind.